So gründest Du Dein Startup in sieben Tagen

“If you have a conversation with a friend about your business idea this month, and next month you are having the same conversation, you are a wantrepreneur.”

Wow, das hat gesessen! Mit diesem Ausspruch leitet Dan Norris sein Buch “The 7 Day Startup” ein. Natürlich entwickelt sich ein Unternehmen nach der Gründung stets weiter und passt sich an aktuelle Marktgegebenheiten und Kundenbedürfnisse an, aber erst mal mit seinem Produkt an die Startlinie und auf den Markt zu gelangen, das ist in 7 Tagen durchaus erreichbar.

“You don’t learn until you launch” lautet der Untertitel des lesenswerten Buches, und genau das ist das Prinzip: Die eigene Geschäftsidee soll möglichst schnell in einer rudimentären Version an den Start gebracht werden, so dass man anhand echter Daten lernen, anpassen und weiterentwickeln kann (Prinzip „Build, Measure, Learn“ nach Eric Ries, „The Lean Startup“).

Die Schablone des 7-Tage-Startups sieht bestimmte Aufgaben für jeden Tag der Prelaunch-Phase vor, ehe das Startup am siebten Tag dann an den Markt geht:

  • Tag 1: Ideenfindung
  • Tag 2: Minimum Viable Product (MVP)
  • Tag 3: Unternehmensnamen festlegen
  • Tag 4: Erstellung von rudimentärer Landing Page bzw. Online-Präsenz, um Leads einzusammeln
  • Tag 5: Marketingplan für die ersten Wochen nach Launch erstellen
  • Tag 6: Lege fest, wie Du „Erfolg“ für Dich messen wirst.
  • Tag 7: Heute geht das Startup an den Markt!

Der erste Tag: Das Finden einer tragfähigen Geschäftsidee

Das Finden einer Geschäftsidee in nur einem Tag hat diverse Vorteile. Wer seine Geschäftsidee an nur einem einzigen Tag skizziert hat, ist tendenziell offener, sie zu einem späteren Zeitpunkt zu adaptieren und an neue Gegebenheiten und Erkenntnisse anzupassen. Wer monatelang an seiner Geschäftsidee herumfeilt, ohne sie jemals auf Alltagstauglichkeit zu testen, neigt eher dazu, sich auf seine Idee zu versteifen und nicht mehr von ihr abrücken zu können.

Dan Norris gibt uns im „7-Day-Startup“ eine kleine Checkliste an die Hand, anhand derer man einschätzen kann, ob es sich um eine gute Geschäftsidee handelt, oder vielleicht eher nicht.

Die Aufgabe des ersten Tages besteht also darin, verschiedene Geschäftsideen zu brainstormen und diese dann anhand der gelieferten Checkliste auf Sinnhaftigkeit und Potenzial zu evaluieren.

Der zweite Tag: Wie könnte Dein Minimum Viable Product (MVP) aussehen?

Das Minimum Viable Product (MVP) ist „ein Produkt mit den minimalen Anforderungen und Eigenschaften“. Eine schöne Erläuterung findet Ihr im Wiki des Startplatz: http://www.startplatz.de/startup-wiki/mvp/

Ein häufiges Missverständnis rund um das MVP ist es, dass hier unausgegorene und nicht zu Ende gedachte Beta-Versionen eines Produktes auf den Markt geschmissen werden. Das ist mit einem MVP nicht gemeint!

Auch das MVP muss schon ein Kundenproblem lösen bzw. ein Bedürfnis befriedigen. Jedoch wird man bei der Minimalversion einer Dienstleistung als Gründer vieles selbst machen und mit kostenfreien Tools arbeiten. Als Beispiel nennt Dan Norris den Kundensupport: In der Startphase eines kleinen Unternehmens wird diesen der Gründer selbst leisten,  – auch mitten in der Nacht, wenn es nötig ist.

Die Aufgabe des zweiten Tages: Schreibe nieder, was genau Dein Produkt bzw. Deine Dienstleistung ist, die Du an Tag 7 launchen wirst!

Der dritte Tag: Wähle einen Namen für Dein Geschäft!

Es gibt Gründer, die verwenden Tage und Wochen auf die Suche nach einem möglichst originellen und passenden Unternehmensnamen. Dan Norris appelliert daran, für die Namensfindung wirklich nur einen Tag zu investieren. In der Startphase eines Unternehmens kann man seine Zeit erstens viel effizienter nutzen, und zweitens ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass sich der Unternehmensinhalt im Laufe der Zeit noch ändert. Es kann also sein, dass ein besonders origineller Firmenname dann gar nicht mehr zum Produkt passt. Dan Norris reichert seine Ausführungen immer wieder mit Beispielen und Anekdoten bekannter Unternehmen an: Wusstet Ihr zum Bespiel, dass Google zu Anfang einen ganz anderen Namen hatte? Es ist kaum vorstellbar, dass die bekannteste Suchmaschine der Welt “Back Rub” hieß, nicht wahr? 😉

Die einzige Aufgabe des dritten Tages besteht darin, mithilfe der von Dan Norris zur Verfügung gestellten Checkliste einen „funktionierenden Namen“ für das eigene Angebot zu ermitteln.

Der vierte Tag: Wir bauen uns eine Website, und das mit weniger als 100$ (Ja, es ist ein amerikanisches Buch 😉

Hier geht es darum, sich z.B. mit WordPress eine zunächst recht rudimentäre Online-Präsenz zu erstellen, um schon erste Leads für das eigene Angebot zu sammeln. Die rudimentärste Version Deiner Online-Präsenz kann also einfach eine Möglichkeit für Interessenten sein, ihre email-Adressen zu hinterlassen, damit Du sie bei Start Deines Angebotes über den Launch informieren und vielleicht ein besonderes Einführungsangebot unterbreiten kannst.

Im Buch geht Dan Norris näher darauf ein, wie man diese Website mithilfe von WordPress für sehr kleines Geld selbst einrichten kann. Im Buch geht es um amerikanische Anbieter, aber u.a. auf selbstaendig-im-netz.de findet Ihr einige tolle Beiträge, wie Ihr eine selbst gehostete Website mit WordPress an den Start bringt. Die Artikelserie zum Thema „Blogaufbau“ kann ich sehr empfehlen, damit kommt Ihr schon recht weit.

Der fünfte Tag: „10 Ways to Market your Business“

An Tag fünf, wenn Eure rudimentäre Online-Präsenz steht, geht es darum, mit möglichst schnell umsetzbaren Maßnahmen die Werbetrommel zu rühren und erste Leads zu generieren. Dan Norris stellt einige schnell umsetzbare Maßnahmen vor, die ich hier nur kurz aufzählen möchte:

  • Content Marketing
  • Email-Newsletter
  • Podcasting
  • Internetforen und Gruppen z.B. bei Facebook
  • Gastbeiträge in anderen Blogs
  • Listing-Sites
  • Webinare
  • Vorträge auf Konferenzen oder Workshops
  • Umsonst arbeiten und damit Referenzen einsammeln
  • Pressearbeit

Die Aufgabe an Tag 5 unserer Launch-Woche besteht darin, eine schriftliche Liste mit den von Dir geplanten Marketingmaßnahmen anzulegen und die ersten ein bis zwei Wochen nach dem Launch durchzuplanen.

Der sechste Tag: Ziele setzen – Was bedeutet für Dich „Erfolg“?

Wie Dan Norris immer wieder betont, ist der Grund, wieso man möglichst schnell an den Markt gehen sollte, die Möglichkeit, anhand echter Daten und Kundenfeedbacks zu lernen und sein Angebot weiter zu entwickeln. Wie also mache ich fest, dass diese echten Daten, die ich sehe, gute Ergebnisse sind?

Dan Norris empfiehlt, sich zunächst auf das eine Ziel zu fokussieren, das wirklich zählt. Das sollte klar definiert und messbar sein, z.B. “Ich möchte im ersten Monat nach Launch 100 Produkte verkaufen.” Das Ziel sollte man dabei nicht zu hoch ansetzen, da ein Nicht-Erreichen demotivierend wirken könnte. Solange man im Vergleich vom ersten zum zweiten Monat usw. ein stetiges Wachstum verzeichnet, ist man auf einem guten Weg.

Das konkrete To-Do an Tag 6 unseres 7-Tage-Launch-Plans: Erstelle eine Tabelle, die die ersten Monate im Business enthält und Meilensteine erfassen wird wie Anzahl der Newsletter-Anmeldungen, Einnahmen, geschätzte Kosten und monatliches Wachstum. Ein entsprechendes Template stellt Dan Norris auf 7daystartup.com/resources freundlicherweise zur Verfügung.

Der siebte Tag: Heute wird gelauncht!

Habt Ihr alle Aufgaben der letzten sechs Tage umgesetzt, geht es heute richtig los, die ausführlichere Webseite geht live, die Werbetrommel wird gerührt, vielleicht macht Ihr einen Blogpost zum Launch und weist in Eurer email-Signatur auf die neue Webpräsenz hin.

Nur sechs Tage zum Start Eures Business sind natürlich nicht viel. und vielleicht habt Ihr das Gefühl, Eure Webseite, Euer Angebot ist noch nicht gut genug…. trotzdem, heute wird losgelegt. Als Motivation und Affirmation gebe ich Euch nochmal ein schönes Zitat von Reid Hoffman mit auf den Weg:

„If you are not embarrassed by the first version of your product, you’ve launched too late!“

 

Das To Do für Tag 7 und die nächsten Wochen heißt also: Lauche und beginne damit, deinen an Tag 5 ausformulierten Marketingplan umzusetzen!

Wie geht es weiter? – Tag 8 und darüber hinaus

Wie der Untertitel des Buchs “You don’t learn until you launch” verdeutlicht, geht es jetzt erst richtig los: Eure Unternehmung ist gestartet und von jetzt an könnt Ihr Euer Geschäftsmodell kontinuierlich verbessern, von Euren Kunden lernen und das Geschäft an Bedürfnisse und neue Gegebenheiten anpassen. Vom Feedback Eurer Kunden und im laufenden Geschäftsbetrieb werdet Ihr dazulernen und Eurer Geschäftsmodell weiterentwickeln und verfeinern. Dieser Prozess hört nie auf!

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Umsetzung Eurer Geschäftsidee! Und wenn Ihr gerade durchgestartet seid, lasst doch mal einen Link zu Eurem Angebot da!

P.S. Übrigens: Die Kindle-Version von „7-Day-Startup“ können Amazon-Prime-Kunden kostenfrei im Rahmen von „Kindle Unlimited“ lesen.

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