Warum Frauen endlich ihre Altersvorsorge selbst in die Hand nehmen müssen

Frau blickt in den Sonnenuntergang

Früh anfangen: Mit einem langfristigen Anlagehorizont kannst Du auch mit kleinen Beträgen viel erreichen.

Es ist bekannt, dass Frauen deutlich häufiger von Altersarmut betroffen sind als Männer. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Nicht nur dass Frauen immer noch oft deutlich weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen in vergleichbaren Berufen, auch die Auszeit durch Kinder und der damit einhergehende Karriereknick sind gewichtige Gründe, die man nicht wegdiskutieren kann. Dazu kommt, dass aus welchen Gründen auch immer Frauen oft ein Faible für soziale Berufe (Krankenschwester, Altenpflegerin) haben, die leider oft viel schlechter bezahlt sind als sie es eigentlich sein sollten. So titelt Swiss Life gar “Altersarmut ist weiblich!”  Das Finanzberatungs- und Versicherungsunternehmen hat zu diesem Thema nämlich eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben und die Ergebnisse lassen aufhorchen: Mehr als die Hälfte der befragten Frauen fürchtet sich vor der Altersarmut, aber nur jede dritte bemüht sich aktiv darum, diese zu verhindern!

Erschreckend finde ich, dass auch im eigenen Bekanntenkreis die finanzielle Vorsorge fürs Alter oft sehr stiefmütterlich behandelt wird: Im Großteil der Fälle ist der Mann für das Thema zuständig (wenn überhaupt). Liebe Damen, das mag vielleicht noch zu Zeiten Eurer Eltern so funktioniert haben (wobei … nee, eigentlich auch da nicht), aber heute ist es wichtiger denn je, als Frau seine Finanzen selbst im Griff zu haben und vorausschauend zu planen!

Warum private Altersvorsorge heute wichtiger ist denn je

Die gesetzliche Rente ist NICHT sicher. Es gilt ein sog. “Generationenvertrag”, d.h. die heutigen Arbeitnehmer erwirtschaften die Rentenzahlungen für die heutigen Rentner. Das funktioniert genauso lange, wie es genug Einzahler gibt, die den aktuellen Rentenempfängern gegenüber stehen. Dieses Verhältnis kippt nach und nach, das ist auch der Grund, wieso das gesetzliche Renteneintrittsalter immer weiter angehoben wird. Einmal jährlich kommt der Rentenbescheid mit der voraussichtlichen Altersrente ins Haus geflattert… ich verlasse mich da schon lange nicht mehr drauf. Wenn ich überhaupt Geld aus dem gesetzlichen Rentensystem erhalte, freue ich mich, aber ich bereite mich auch darauf vor, dass das eben nicht so ist.

Growing MoneyMenschen werden immer älter. Ok, Ihr plant, mit 67 in Rente zu gehen. Mal angenommen, Ihr erhaltet keine Altersrente mehr, wenn es bei Euch soweit ist (zumindest weniger als erhofft), … so habt Ihr hoffentlich privat ein bisschen vorgesorgt.  Heute werden Menschen immer älter, so dass Ihr vielleicht nicht “nur” 80 sondern sogar 96 Jahre alt werdet. Ich wünsche Euch, dass Euer Erspartes zum Aufstocken der Rentenzahlungen nicht vorher schon ausgeht! Bedenkt auch, dass im Alter höhere Kosten für Gesundheitsleistungen auf Euch zukommen.

Von dem, was viele Frauen Zeit ihres Lebens weniger in die Rentenkasse einzahlen, sei es durch schlechter bezahlte Berufe oder Auszeiten und Teilzeit-Tätigkeit durch Kindererziehung, erwerben sie zwar einen “Rentenanspruch”, aber ob dieser noch das Papier wert ist, auf dem der Rentenbescheid einmal im Jahr reinflattert… man weiss es nicht.  Ihr seht, die private Altersvorsorge ist Pflicht für jeden!

Was können Frauen ganz konkret für die Altersvorsorge tun?

Bildet Euch weiter und nehmt Eure Finanzen selbst in die Hand!

Das Internet bietet unfassbar viele kostenfreie oder kostengünstige Möglichkeiten, Euch Finanzwissen drauf zu schaufeln. Auch die lokale Bücherei oder Buchhandlung oder der Online-Versandhändler Eurer Wahl haben einen großen Fundus lehrreicher Bücher zum Thema Finanzen und Geldanlage. Das Tolle ist, man kann im eigenen Tempo und völlig flexibel von Zeit und Ort lernen und sich so immer mehr zur Expertin für die eigenen Finanzen entwickeln. 😉

Kleinvieh macht auch Mist!

Es ist zunächst einmal nicht wichtig, ob Ihr Großverdiener seid. Das Thema Geldanlage und Altersvorsorge geht alle an, und jeder sollte versuchen, zumindest einen kleinen Teil zurückzulegen. Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Was habe ich monatlich zur Verfügung, und wohin geht das ganze Geld eigentlich? Oft identifiziert man Kosten, die eigentlich nicht notwendig sind, so dass jeder zumindest einen kleinen Betrag monatlich zur Seite legen kann. Ob das nun 1000 Euro sind, 300 Euro oder nur 25 Euro, ist zunächst völlig egal. Es geht darum, es überhaupt zu tun! Es geht darum, anzufangen und das Sparen zu einer festen Gewohnheit zu machen, die man nie wieder infrage stellt!

Verkauft Euch nicht unter Wert und bildet Euch weiter!

Sofern Ihr nicht eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen habt und das Gehalt halbwegs festgelegt ist, gibt es in Gehaltsverhandlungen oder bei Antritt eines neuen Jobs oft einen gewissen Spielraum. Die Firmen haben in der Regel einen gewissen Budgetrahmen, und wenn Ihr glaubhaft versichern könnt, dass Ihr das Geld wert seid, dass Ihr gern verdienen würdet, dann könnt Ihr es auch bekommen. Wie oben schon ausgeführt ist es so, dass Frauen oft für gleichwertige Jobs und bei ähnlicher Qualifikation weniger verdienen. Ein Teil davon ist sicher die vom Arbeitgeber einkalkulierte “Risikoprämie”, weil Frauen ja schwanger werden und ausfallen könnten. (Schlimm ist das, aber das hier weiter auszuführen würde jetzt zu weit führen).Es gibt aber auch genug Frauen, die sich per se unter Wert verkaufen. Das sage ich Euch jetzt als eine, die im Job schon zahlreiche Bewerbungen beider Geschlechter inklusive Gehaltsvorstellungen in der Hand hatte. Es war faszinierend und lehrreich für mich zu sehen, wie weit die Vorstellungen da bei den Geschlechtern auseinander gehen! Wenn Ihr Euren Wert am Arbeitsmarkt kontinuierlich steigert und selbstbewusst verhandelt, sollte es auch irgendwann möglich sein, den monatlichen Spar-Anteil sukzessive zu erhöhen.

Einige Aspekte nochmal näher unter die Lupe genommen

Ich hoffe, Ihr habt nun ein bisschen ein Gefühl für die Wichtigkeit dieses Themas erhalten. Wer gerade Blut geleckt hat, für den gibt es hier noch einige weiterführende Lesetipps:

Gern unterschätzt man die Macht des Zinseszinses. Warum auch Kleinvieh Mist macht und Ihr lieber sofort beginnen solltet, wenigstens einen kleinen Betrag monatlich zu sparen, werdet Ihr spätestens nach der Lektüre dieses Artikels von Jan verstehen: „Was ist der Zinseszins-Effekt?

Ein absoluter Eye Opener war für mich auch der folgende Beitrag von Oliver von Frugalisten. Er zeigt Dir auf, wie eine Konsumausgabe heute Dich quasi den Rest Deines Lebens Erträge kostet. Wenn Du noch ein bisschen Extra-Motivation zum Verzicht auf (unnötigen) Konsum benötigst, wirst Du hier fündig: „Die 300-Euro-Regel: Bezahlst Du einen unendlichen Kredit?

Ok, und um wenigstens nochmal ein schönes Klischee zu bedienen… Wir Damen kaufen ja so furchtbar gern Schuhe, egal ob im Sale oder regulär. 😉 Natascha Wegelin vom Blog Madame Moneypenny hat für EDITION F einmal aufgedröselt, was passieren kann, wenn man nicht jedesmal im Schuh-Sale  “schwach” wird: “How to get rich: So kannst du aus einem Paar Schuhe 12.000 Euro machen

Tut Ihr heute schon etwas für Eure Altersvorsorge, oder ist das Thema für Euch gefühlt noch „gaaaanz weit weg“?

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